

Neben dem traditionellen Erntedankfest veranstaltet der Ernteverein Ottersbacher Tal zweimal im Jahr – jeweils im Frühjahr und im Herbst – ein offenes Dartturnier in seiner großen Veranstaltungshalle. Hier treffen sich überwiegend Spielerinnen und Spieler aus dem Großraum Eitorf und Windeck, um sich an der Scheibe zu messen. Aufgrund der Platzverhältnisse ist die Teilnehmerzahl jedoch auf 30 Personen begrenzt, obwohl es durchaus mehr Interessierte gibt. Und auch die Zahl der Frauen im Teilnehmerfeld ist noch überschaubar. Michaela Merz war eine von zwei Teilnehmerinnen, die diesen Freizeitsport nicht allein den Männern überlassen wollten. Die Hobbyspielerin hatte ihre Freundin Heike Schräder als Motivatorin mitgebracht. Mit einem großen Pappschild, auf dem eine 180 zu sehen war, machte sie klar, was ihr Ziel war: Mit drei Würfen die höchstmögliche Punktzahl zu erreichen.
Im Ottersbacher Tal wird klassisches Steel-Dart gespielt, also mit Pfeilen mit Metallspitzen. Das bedeutet auch, dass die Ergebnisse manuell abgelesen und in das Wertungssystem übertragen werden müssen. Mit der gesamten Organisation inklusive Verpflegung hatten fast 20 Helfer des 60 Mitglieder umfassenden Erntevereins unter der Leitung von Christoph Sartoris alle Hände voll zu tun. Im Jahr 2024 veranstaltete der Verein dieses Turnier zum ersten Mal. Zu dieser Zeit begann auch die Popularität des aus England stammenden Sports in Deutschland zuzunehmen. Dies ist sicherlich auch populären deutschen Spielern wie Martin Schindler und Gabriel Clemens zu verdanken, der es bis an die Weltspitze des Dartsports gebracht hat.
Mittlerweile hat sich der Wettkampf im Ottersbacher Tal etabliert und der Verein baut jedes Mal eine sehr schöne und gut ausgestattete Anlage auf. Auch das Preisgeld kann sich sehen lassen, insgesamt werden 500 Euro ausgeschüttet. Der Weg dahin erfordert allerdings viel Konzentration, Präzision und die Fähigkeit, im entscheidenden Moment mit Druck umgehen zu können. Ein solches Turnier kann auch schon mal über acht Stunden gehen. Genau diese Eigenschaften hatten auch die Sieger des diesjährigen Herbstturniers. In einem hart umkämpften Finale konnte sich Lutz Hinsch schließlich gegen den Zweitplatzierten Jens Reich durchsetzen. Der dritte Platz, der ebenfalls nicht zu verachten ist, ging verdient an Benjamin Maleike. Die Damen waren leider nicht am Ausgang des Finales beteiligt, aber im Frühjahr 2027, genauer am 10. April, kommt auch für sie die nächste Chance.
Bericht + Bilder übernommen von Stefan Herkenrath – freier Redakteur u.a. Extrablatt